Meitlisonntag


Meitlidonnerstag
Der Tag des Männerfangs. Mit wirbelnden Trommelklängen ziehen die Tambourinnen am frühen Abend des Meitlidonnerstages durch die Strassen von Meisterschwanden und Fahrwangen und verkünden den Beginn der «Weiberherrschaft». Die rassigen Trommelwirbel rufen die Frauen und Meitli zur Generalversammlung. 

In altmodische Roben gekleidet, den Kopf mit einem eleganten Hütchen geschmückt, finden sich über 80 Frauen und Meitli zur Generalversammlung ein. Eine besondere Stimmung breitet sich aus, das Meitlisonntagsfieber ist ausgebrochen.
Meisterschwanden
Kontakt Informationen
Präsidentin
Susanne Remund
5616 Meisterschwanden
Tel. +41 (0)56 667 36 02
s.remund@pop.agri.ch
www.meisterschwanden.ch
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Nach Abwicklung der Geschäfte schwärmen die Frauen, in Gruppen aufgeteilt, bewaffnet mit den berüchtigten Männerfanggeräten (Grasbogen) in die einzelnen Gaststätten aus. Als Zeichen der «Machtübernahme» durch die Frauen wird den dort anwesenden Herren ein Gläschen Wein offeriert. Die anschliessende Aufforderung zum Tanz geschieht nur durch die Frauen. Schnell steigt die Spannung und es wird gerätselt, wen es wohl dieses Mal «erwischen» würde. Schliesslich ist es für die Männer eine besondere Ehre, zu den Auserkorenen zu gehören, die im Grasbogen gefangen werden.Der Auserwählte wird während des Tanzes mit einer speziellen Meitlisonntags-Plakette ausgezeichnet und schwups liegt der so Geehrte im Netz. Für die Frauen heisst es nun, tüchtig anzupacken und ihren «Fang» ins nächste Restaurant zu tragen, wo sich der Gefangene mit einem Umtrunk loskaufen kann, was für ihn natürlich eine Selbstverständlichkeit ist.

Meitlisonntag
m Meitlisonntagabend wird wiederum zum Tanz in allen mitwirkenden Restaurants geladen. Es herrscht fröhliches Maskentreiben. Gruppenweise suchen die mit schönen Kostümenmaskierten Frauen und Meitli die Lokale auf und sorgen für eine gute unterhaltsame Stimmung. Unter den Masken verbergen sich ausschliesslich einheimische Frauen und Meitli. Alle drei Jahre krönt ein Umzug die dreitägige Zeit der «Weiberherrschaft». Farbenprächtig zieht er durch die Strassen von Fahrwangen nach Meisterschwanden.Das Umzugsmotto legen die beiden Vereinigungsvorstände fest. In unzähligen Arbeitsstunden entstehen zehn Sujets (Wagen mit Fussvolk). Die Wagenchefinnen und ihre Helfer/innen, kreieren und nähen, kleben und basteln, zimmern und malen bis Wagen und Kostüme in kleine Kunstwerke gipfeln.

Die Spitze des Umzugs ist nach alter Überlieferung gegeben: Tambourinnenkorps, Herolde zu Pferd, Fahnen und Fahnenwachen, Trachtengruppe mit Eierzopf, sowie natürlich die Villmergerkrieg-Gruppe mit ihrer Kanone. Traditionsgemäss präsentiert auch eine Frauengruppe während Zuges den schönen Meitlidonnstigs-Brauch. Männer sind am Umzug nur als Fuhrleute und Musikanten zugelassen. Im Umzugsjahr 2008 präsentierten über 500 mitwirkende Frauen und Meitli unter dem Motto «Go Switzerland» einen bunten Querschnitt durch die Spezialitäten der Schweizer Kantone.

Meitlimontag
Schon bei der Jugend wird das Interesse an der Erhaltung des alten Brauches geweckt: Der Kindertanz am Montagnachmittag ist bereits Tradition. Ob Prinzessin, Gartenzwerg, Marienkäfer oder Clown - die muntere Kinderschar geniesst die Feststimmung in der Mehrzweckhalle. Als Pendant zum Kindertanz wird für die Jugendlichen der Oberstufe eine Disco angeboten.

Am Meitlimontagabend zirkulieren die Masken in den Wirtschaften und treiben erneut ihr Unwesen. Dabei wird vorwiegend Aktuelles aus dem Dorfgeschehen aufgegriffen. Man darf jeweils gespannt sein, wie viel Originelles und Phantasievolles ausgeheckt und geboten wird. Als Höhepunkt am Montagabendgilt unbestritten die Zeremonie der Eierzopfverteilung mit anschliessender Polonaise. Mit dem Verteilen des Eierrings an die tanzenden Paare wird die Regentschaft um Mitternacht wieder an die Männer zurückgegeben. Damit ist die fröhliche Meitlizyt noch lange nicht zu Ende. Aus Erfahrung weiss man, dass die gute Stimmung für ganz Unentwegte bis in die frühen Morgenstunden anzuhalten vermag.