In Oeschgen erhellen am Sonntag nach dem Aschermittwoch ein Feuerrad und handgemachte Sternschnuppen die Nacht. Das „Scheibenschlagen“ ist ein uralter Brauch mit heidnischem Ursprung.
Jedes Jahr an der alten Fasnacht – dem Sonntag nach Aschermittwoch – platziert eine Dorfclique handtellergrosse Holzscheiben auf dem so genannten „Boll“. Von dort aus schlagen junge und ältere Oeschger die "Schiibe", welche an einem Feuer angesengt worden sind, mit einer langen Haselgerte über ein schräges Brett in die Nacht hinaus. Als hell leuchtende Funken sausen die Scheibchen talwärts und hinterlassen einen Feuerschweif.
Seit 1977 haben die Oeschger am gleichen Abend noch eine weitere Attraktion zu bieten: Ein etwa vier Meter hohes Speichenrad wird mit Stroh umwickelt und mit Stoff überzogen. Sobald es brennt, wird es mit einer langen Eisenstange gedreht. Damit haben die Oeschger das einst von Jugoslawien bis ans Nordmeer verbreitete germanische Sonnenwendsymbol wieder aufleben lassen.
Das Scheibenschlagen war schon für die alten Oeschger ein wichtiges Datum im Dorfkalender; und es war bereits zu ihrer Zeit "uralt". Mit den weggeworfenen Holzscheiben wollte man vermutlich den Feuersegen möglichst weit über die scheinbar toten Felder streuen, um die Saat zum Wachsen zu bringen. Chroniken berichten immer wieder von Feuersbrünsten, die durch solche handgemachten Sternschnuppen ausgelöst wurden.
Heute wird vermutet, dass der uralte Brauch heidnischen Ursprungs ist. Neben Oeschgen wird er nur noch im aargauischen Stilli, im Baselbieter Dorf Biel-Benken, im Sernftaler Matt und teilweise im Schwarzwald gepflegt.
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Beginn des Spektakels: nach Einbruch der Dunkelheit.