Der Name von Linn taucht
1306 erstmals auf. Es ist
wahrscheinlich, dass der
Name auf eine Linde oder
Lindengehölz zurückgeht. Ob
die jetzige Linde bereits damals
ein stattlicher Baum war
und der Gemeinde den Namen
gab, ist möglich, aber
nicht eindeutig belegbar.
Der Legende nach pflanzte Ende 1668 der letzte Linner die Linde auf das Grab der durch die Pest dahingerafften Linner. Die Linde ist seither die Garantie dafür, dass die Pest nicht wieder ausbricht.
Bei den Germanen war die Linde der Göttin Freya geweiht. Diese Göttin war die Liebesgöttin und Schutzgöttin der menschlichen Gemeinschaft. Unter der Linde fanden die Thingversammlungen statt. An diesen wurde auch Recht gesprochen. Nachfolgend tagte bis ins Mittelalter das Gericht unter der Linde.
Die Linde war und ist Treffpunkt des Dorfes zum geselligen Zusammensein. Unter der Dorflinde wurde getanzt, und sie war Treffpunkt der Liebenden. Eine Linde wird zur Geburt eines Kindes gepflanzt, am besten neben das Haus, denn sie soll auch vor Blitzschlag und Dämonen schützen.
Der Linde wurden auch prophetische Eigenschaften zugeschrieben: «Leit d’linden-ihr’s chöpfli ûf’s Ruedelis hus. Se – n – isch alli welten ûs.» Dies heisst, wenn der Schatten der Linde auf die gegenüberliegende Habsburg falle, sei die Welt zu Ende. Berechnungen haben jedoch gezeigt, dass zweimal im Jahr ihr Schatten in Richtung der Habsburg fällt. Dies ist aber nicht wahrnehmbar, da der Kernschatten gar nicht so weit reicht.
InfoBox
Heilung durch die Linde Wer sich unkonzentriert und zerfahren fühlt, setzt sich einige Minuten unter die Linde, sie wird beruhigen. Der Lindenblütentee wirkt beruhigend, wenn die Blüten mit heissem Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen werden. Der Tee wirkt durststillend, wenn man die Blüten mindestens eine halbe Stunde ziehen lässt.