Das am Limmatufer gelegene Benediktinerinnenkloster Fahr stellt eine eindrückliche Gesamtanlage dar, zu der auch ein barocker Kräutergarten und eine eigene Kelterei gehören. Die scheinarchitektonischen Fresken an der Aussenseite der Klosterkirche zählen zu den wichtigsten spätbarocken Fassadenmalereien nördlich der Alpen.
Der Name des Klosters leitet sich von der Fähre ab, die an dieser Stelle über die Limmat führte. Gestiftet wurde das Kloster Fahr im Jahre 1130 durch die Freiherren von Regensberg. Die Schenkung erfolgte unter der Bedingung, dass an diesem Ort ein Frauenkloster des Benediktinerordens zu errichten sei.
Im Zuge der Reformation kam das klösterliche Leben in Fahr vollständig zum Erliegen. Neuweihe der Kirche 1549, Wiederaufbau der Ordensgemeinschaft ab 1576. Die wirtschaftliche Erholung im 17. – 18. Jahrhundert fand in einer regen Bautätigkeit ihren Ausdruck. Seit der Zuteilung an den Aargau durch die Mediation 1803 ist Fahr eine Enklave auf Zürcher Kantonsgebiet.
Die aus der Zeit um 1410–30 stammende Klosterkirche, eine schmale Saalkirche mit eingezogenem, gerade schliessendem Altarhaus, wurde um 1650 renoviert und im Scheitel um einen gewölbten Nonnenchor erweitert. Im kastenartigen, von einer Korbbogentonne überwölbten Kircheninneren sind anlässlich einer kompletten Neugestaltung (1745–1747) vergoldete Holzschnitzereien, gemalte Architekturmotive, stuckimitierende Dekorationen, Gemälde und Altäre raffiniert zu einem Ganzen verschmolzen worden.
Das Kloster bildet noch heute das einzige verbliebene Doppelkloster mit dem Kloster Einsiedeln. Die Beziehung zu Einsiedeln wird auch am Wirtshaus "Zu den zwei Raben" deutlich, das 1679 erbaut wurde. Der Name ist auf das Wappen des Klosters Einsiedeln zurückzuführen, welches zwei Raben trägt.
Seit der Gründung im Jahre 1130 bis heute wird im Kloster Fahr Weinbau betrieben. Die Trotte zur eigenen Kelterei und der Weinkeller wurden um 1740 erbaut und sind noch immer in Betrieb.
InfoBox
Führungen Gerne zeigen Ihnen die Schwestern von Kloster Fahr auf Voranmeldung die Klosteranlage. Der Rundgang führt durch die Klosterkirche, das Besuchszimmer, den barocken Kräutergarten, die Abtei, die Paramentenausstellung, die Bildergalerie und den Klosterladen. Das Klosterinnere kann nicht besichtigt werden.
Dauer der Führung: ca. 1 Stunde Gruppengrösse 10 bis 30 Personen Anmeldung bei Schwester Fidelis Schmid, Telefon +41 (0)43 455 10 40
Hinweise - Der Rundgang ist nicht rollstuhlgängig. - Am Sonntag finden keine Führungen statt. - Das Restaurant „Zu den zwei Raben“ ist von Mittwoch bis Sonntag geöffnet.