Kloster Muri
Geschichte
Die Stiftung des Benediktinerklosters Muri durch Ita von Lothringen und Radbot von Habsburg geht auf das Jahr 1027 zurück.
Die dreischiffige romanische Basilika mit ihrem Kloster wurde 1064 geweiht; die romanische Bausubstanz hat sich in der Krypta (Kraftort), aber auch im Querhaus und den Westtürmen bis heute erhalten. Das an Bedeutung und Ansehen schnell wachsende Kloster, das unter anderem eine berühmte Schreibstube mit Bibliothek sowie die erste Schule im Aargau besass, gedieh auch unter dem Schutz der Eidgenossen weiter. Die drei berühmten Äbte „von Heidegg“, „Singisen“ und vor allem der Fürstabt „Placidus Zurlauben“ aus Zug führten den Konvent durch Reformation und Gegenreformation zu grosser Blüte. Mit der Aufklärung und dem Einfall der Franzosen im Jahre 1798 änderte sich die Situation. Im Kulturkampf hob der 1803 gegründete Kanton Aargau das Kloster im Jahre 1841 gewaltsam auf. Heute gehört die Anlage neben dem Kanton Aargau und der Gemeinde Muri vor allem der katholischen Kirchgemeinde und demVerein pflegimuri.
Beschreibung
Die von aussen ausgesprochen einheitlich und geschlossen wirkende Baugestalt kontrastiert durch unterschiedliche, aber harmonisch zusammenspielende Baustile im Inneren. Romanik, Spätgotik und Barock bilden ein faszinierendes Ganzes. Eine Vorstellung, wie die Kirche zu ihren Gründungszeiten ausgesehen hat, erhält man am ehesten in der romanischen Krypta unter dem Hochchor mit den spätgotischen Rankenmalereien. Ihre einzigartige Ausstrahlung erhielt die Kirche durch das mächtige Kuppeloktogon (1697), das vom Einsiedler Mönch Kaspar Moosbrugger und dem Tessiner Architekten und Stuckateur Giovanni Battista Bettini geschaffen wurde. Die Fresken stammen von Francesco Giorgioli, auch er ein Tessiner. Schon um 1657 schuf Simon Bachmann aus Muri das Chorgestühl. Nebst der insgesamt auffallend hellen und farbenfrohen Innenausstattung stellt auch das aufwändig gearbeitete, perspektivische Chorgitter von 1746 einen Blickfang dar. Der Kreuzgang mit seinem prachtvollen Renaissance-Glasgemälden („Schweizerscheiben“) ist ein Meisterwerk an Kunstfertigkeit und dürfte für die Schweiz einmalig sein. Die Lorettokapelle mit der Familiengruft der Nachfahren des Hauses Habsburg und der Lehmannsche Klosterbau, dessen Schaufront die grösste historische Architekturfassade der Schweiz darstellt, ergänzen den Bau und machen die Klosteranlage zu einem der wichtigsten Kulturgüter des Aargaus.
Lage
Das Klosterdorf liegt am Fuss des Lindenbergs. Die von der Bünz durchflossene Ebene gliedert sich in Flusslandschaften, Weide- und Ackerland, sowie Waldgebiete. In der weit gezogenen Hügellandschaft wirkt der von weither sichtbare Klosterbau als Anziehungspunkt.
Anreise
Von Aarau mit dem Regionalzug Richtung Rotkreuz bis nach Muri AG (ca. 30 Minuten). Danach in wenigen Minuten zu Fuss via Nordklosterrain und Marktstrasse zur Klosterkirche.
Von Baden via Dietikon oder Othmarsingen in einer knappen Stunde.
Von Brugg via Othmarsingen oder Rupperswil (ca. 40 Min.)
Für Fahrzeuge besteht ein grosses Parkplatzangebot am Marktplatz und beim Wiliweg. Muri ist zudem auch für Wanderer durch den Feiämterweg und für Velofahrer durch kantonale Radrouten erschlossen.
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InfoBox
Öffnungszeiten Klosterkirche Täglich 08.00 – 20.00 Uhr Eintritt frei Öffnungszeiten Kreuzgang ganzjährig offen - Eingang via Klosterkirche Öffnungszeiten täglich (1.04. - 31.10.) 14:00 - 17:00 Uhr Öffnungszeiten täglich (1.11. - 31.03.) 13:00 - 16:00 Uhr
Eintrittspreise Kreuzgang CHF 4.00 Erwachsene CHF 3.00 Erwachsene (Gruppentarif ab 10 Personen) CHF 2.00 Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre Schulklassen Gratis (in Begleitung einer Lehrperson) Klosterführungen Dauer 1 Stunde CHF 100.00 Ganzes Jahr möglich; Reservation bei Muri Info Krypta und Hochchor (nur mit einer Führung zu besichtigen)
Gottesdienste Dienstag und Donnerstag 08.30 Uhr (ganzes Jahr) Sonntag 19.30 Uhr (April bis November) Dienstag Rosenkranz 19.00 Uhr (ganzes Jahr)
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