Der untere Teil des im Mittelland gelegenen Reusstals ist Bestandteil des 1977 vom Bundesrat genehmigten Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN).
Sie ist eine der vielfältigsten und besterhaltenen Flusslandschaften des schweizerischen Mittellandes mit vorwiegend eiszeitlich geprägten Geländeformen und zahlreichen Zeugen der erdgeschichtlichen Vergangenheit: Wallmoränen, erratische Blöcke, glaziale Schotter, Flussmäander .
Talabschnitt südlich von Bremgarten (Reussebene) Weiträumige Kulturlandschaft mit parkartigem Charakter und einer Vielzahl von seltenen Naturstandorten. Rückzugsgebiet für die gefährdete Flora und Fauna der Feuchtbiotope. Artenreiche Pfeifengraswiesen, Kleinseggen- und Hochstaudenrieder mit einzigartigem Vorkommen der Sibirischen Schwertlilie. Altwasserlandschaften von eindrücklicher Schönheit und Vielfalt (Stille Reuss, Rottenschwiler Moos). -Brutgebiet für Kiebitz, Brachvogel und Bekassine. Bei Unterlunkhofen Flachwasserbiotop mit Brutinseln und Verlandungszonen.
Talabschnitt nördlich von Bremgarten Nahezu unberührter Flusslauf mit weitausholenden Mäandern und ursprünglichen Uferwäldern. Reizvolle Reussaltläufe bei Fischbach und Sulz. Durchbruch des Wildflusses durch die klassische Wallmoränenlandschaft unterhalb Mellingen (Maximalstadium der letzten Eiszeit), sowie, zwischen Birmenstorf und Windisch, durch die Kalk- und Keuperformationen eines Ausläufers des Faltenjuras.