Als die Schweiz in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit billigen Garnen aus England überschwemmt wurde, mussten die Schweizer Fabrikanten ihre Betriebe mechanisieren.
Auch Meyer wollte die Fabrik seines Vaters neu aufbauen, doch war der Aarauer Stadtbach aber bereits an den für Wasserräder geeigneten Passagen vergeben. Meyer hatte deshalb die Idee, mittels eines Stollensystems Grundwasser zu sammeln und unter seiner Fabrik auf ein Wasserrad zu leiten.
Um allfälligen Problemen vorzubeugen, wurde das Stollennetz im Geheimen gebaut. Dennoch wurde die Aarauer Bevölkerung mit der Zeit auf das unterirdische Wasser-Sammelsystem aufmerksam, es kam zu einem Beschwerdeschreiben und die Meyers mussten nachträglich um eine Konzession nachsuchen.
Die Meyerschen Stollen sind in ihrer Verwendung, ihrer Bauweise und ihrem Standort schweizweit einzigartig und zeigen die unternehmerische Risikobereitschaft in einer unruhigen Zeit der revolutionären Ideen. Das frühindustrielle Bauwerk widerspiegelt den damaligen Pioniergeist und das damalige fundierte Wissen über Bergbau und Geologie.
Unterhalb der Seidenbandweberei, heute katholisches Pfarrhaus, sind voll ausgebaute Keller mit den Abflussstollen Richtung Aare erhalten geblieben. Unter dem Bahnhof ist ein Teil mit über 2 km der Zulaufstollen noch intakt. Er steht teilweise unter Wasser und wirkt wie ein Höhlenlabyrinth.
Die Ablaufstollen unter der ehemaligen Seidenbandweberei können besichtigt werden.
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![]() Foto: Reinhard Brühwiler, Wölflinswil |